
Thailändische Küche
Essen gehört mit Sicherheit zu den
größten Vergnügen in Thailand. Wenn die
Thai nicht gerade essen, denken sie vielleicht gerade daran, was, wo
und mit wem sie als nächstes essen gehen könnten.
Die thailändische Küche ist sicherlich eine der
abwechslungsreichsten und bekömmlichsten weltweit, allerdings
auch eine der am pikantesten gewürzten.
Alles wird immer frisch zubereitet und dabei
wird Chili nie vergessen.
In vielerlei Hinsicht ist die Thai Küche eine Mischung aus
chinesischen und indischen Einflüssen, und es werden im
wesentlichen die selben Zutaten wie in anderen
südostasiatischen Ländern verwendet. Bei allen
Gemeinsamkeiten mit den Küchen der Nachbarländer,
insbesondere bei den Gewürzen, ist die thailändische
Küche aber überaus originell. Für zahlreiche
Gerichte gibt es kaum Entsprechungen in den Küchen anderer
Länder, nicht einmal der unmittelbaren Nachbarländer.
Die sauer-scharfe Suppe Tom Yam ist dafür das beste Beispiel.
Selbstverständlich kann man aber in Thailand nicht nur thailändisch essen. Mc Donalds hat bereits vor vielen Jahren in Thailand Fuß gefasst und durch die Einwanderer aus aller Welt, die sich in Thailand niedergelassen haben finden sich in den touristischen Gebieten Restaurants mit Spezialitäten aus aller Herren Länder. Unter den ausländischen Küchen ist die chinesische am weitesten verbreitet.
Auch macht hier das essen besonders Spaß, da die Preise selbst in den Restaurants sehr moderat sind. In den Restaurants kostet ein Abendessen zwischen 80 und 300 Baht und in den Hotels wird zum Teil noch mehr verlangt. In den zahlreichen Garküchen und auf den Märkten zahlt man für eine sättigende Mahlzeit kaum mehr als 50 Baht. Selbst in den preiswerten Restaurants kann man fast immer hervorragend speisen und wird immer aufmerksam bedient.
In exklusiven Restaurants harmonieren die kunstvoll auf dekorierten Buffets dargebotenen Speisen mit den Farben tropischer Blüten. Fische, Krebse und andere frisch gefangene Meerestiere, die zwischen knackigem Gemüse und Früchten geschmackvoll präsentiert werden, lassen Passanten bereits das Wasser im Mund zusammenlaufen.
In den Provinzstädten ist der Besuch eines Nachtmarktes ein bleibendes Erlebnis. Im Schein mückenumschwärmter Lampen stapeln sich auf fahrbaren Marktständen appetitlich angeordnete Früchte, Kuchen und Snacks, da wird gebraten, gekocht, gegrillt und nebenher noch diese und jene Kleinigkeit verkauft. Hungrige Passanten holen sich hier eine Suppe, dort etwas Seafood und bestellen an einem anderen Stand einen eisgekühlten Drink. Man sitzt unter freiem Himmel und genießt die abendliche Kühle in angenehmer Gesellschaft.
Gegessen wird in Thailand mit Löffel und Gabel, wobei man mit der Gabel in der linken Hand die Speisen auf den Löffel in der rechten Hand schiebt. Nur zu Nudelsuppen erhält man Essstäbchen und einen kleinen chinesischen Suppenlöffel. Auf dem Land sitzt man zum Essen auf dem Boden und benutzt die Finger.
Einige typische Gerichte:
Zu einem typischen Menü mit verschiedenen Beilagen
gehört ein Thai-Curry. Das aus Indien stammende Gericht wird
mit viel Kokosnussmilch zubereitet und in verschiedenen
Schärfegraden serviert, sehr scharfes Curry, scharfes Curry
oder mildes Curry.
Auch Fleisch und Fisch sind wesentliche Bestandteile der
Küche: Schweinefleisch, Rindfleisch, Hühnerfleisch,
Entenfleisch, Fisch, Garnelen, Hummer oder Krabben.
Im Unterschied zu Mitteleuropa isst man die
vielen verschiedenen Suppen nicht als Vorspeise, sondern gleichzeitig
mit den Hauptgerichten als milde Suppe mit Gemüse und Fleisch,
thailändischer Suppe mit Gemüse, Suppe mit
Schweinefleisch, Reissuppe, als scharfe, saure Suppe und eine besondere
Spezialität, Tom Yam Gai – eine scharf sauere Suppe
mit Hühnerfleisch.
Für Beilagen gibt es verschiedene Zubereitungsarten:
süß-sauer, gegrillt, gebacken, gekocht oder
gebraten. Einige Beispiele: gebackener Fisch, gekochte Garnelen.
Bei Eiergerichten werden entweder Hühnereier oder Enteneier verwendet. Es gibt weich- oder hart gekochte Eier, Omelett, - Omelett, gefüllt mit Gemüse oder Omelett, mit Schweinefleisch gefüllt.
Reis gibt es als Beilage oder als
eigenständiges Gericht, z. B.: weißer, trockener
Reis gebratener Reis, ein typisches Gericht an den
Essenständen, gebratener Reis mit Hühnerfleisch oder
süßer klebriger Reis, der vor allem als Nachspeise
gegessen wird.
Viele Nudelgerichte sind chinesischer Herkunft. Es werden zwei
Nudelsorten verwendet, Reisnudeln (weiß) und Weizenmehlnudeln
(gelblich). Nudelgerichte bereitet man in folgenden Variationen zu:
etwa Suppe mit Schweinefleisch und gelben Nudeln oder Reisnudeln
gemischt mit etwas Gemüse und Fleisch oder knusprig gebratene
Weizenmehlnudeln.
Snacks gibt es in vielfältigen Variationen. Am besten probiert man die süßen Kuchen, zubereiteten Früchte und Cremes beim Bummel durch die Stadt. Sie sind an vielen Straßenecken an einfachen Ständen erhältlich und kosten nur einige Pfennige: gekochter klebriger Reis in einem Bambusrohr, in Kokosnussmilch gekochter klebriger Reis oder mit Bananen gefüllter klebriger Reis. Meist werden die verschiedenen Varianten kunstvoll in Bananenblätter verpackt. Bananen, gibt es in verschiedensten Variationen, Bananen in süß-salziger Kokosnusscreme oder gegrillte Bananen.
Einige thailändische Getränke: Wasser, Tee mit süßer Milch, Tee mit Zucker, Thai-Kaffee mit süßer Milch.
Sicherlich werden Sie auf Ihrer Reise das thailändische Singha-Bier (Löwenbräu) oder Chang-Bier (Elefantenbräu) probieren. Sollte Ihnen der Sinn nach gehaltvollerem stehen, dann ist ein Mekong (Reisschnaps) genau das Richtige.
Kulinarisches
Es wäre eine starke Vereinfachung,
zu sagen, dass die typische thailändische Küche nur
drei Varianten kennt, nämlich scharf, schärfer und am
schärfsten. Schon bald entdeckt man, dass sie ebenso
süss, sauer, bitter oder salzig sein kann. Pikant ist sie
jedoch fast immer. Vor allem im Isaan, dem Nordosten des Landes, ist
das Essen noch eine spur schärfer gewürzt als
anderswo.
Das Hauptnahrungsmittel ist Reis, ohne den kaum eine Mahlzeit denkbar
ist. Er kommt als Beilage oder als eigenständiegs Gericht auf
den Tisch. Der trockene, weisse Reis heisst khaao plau. Der klebrige
Reis, khao niau, serviert man häufig im Nordosten und im
Norden. Er wird dort mit den Fingern zu Kugeln gerollt. Der gebratene
Reis, khao pat, gibt es in den verschiedensten Zubereitungsformen,
beispielsweise mit Schweinefleisch, Hühnerfleisch oder
Meeresfrüchten. Vor dem Genuss wird der khao pat entweder mit
Soja- oder Fischsauce beträufelt. Auch sind vegetarische
Variationen des gebratenen Reises erhältlich, zum Beispiel mit
Pilzen oder Tofu als Beigaben.
Suppen sind ebenfalls ein sehr verbreitetes Gericht. Dabei spielen
Nudeln, auf Thai bami, eine wesentliche Rolle. Sie werden zusammen mit
den unterschiedlichsten Gemüsesorten, Eiern, Rindfleisch,
Schwein oder Huhn gekocht. Der chinesische Einfluss ist unverkennbar.
Ebenfalls kriegt man beinahe überall gebratene Nudeln mit den
verschiedenartigsten Zutaten. Selbst auf die bekannte
Frühlingsrolle, mit oder ohne Fleischzusatz in der
Füllung, muss man nicht verzichten.
Die Nudeln werden entweder mit Reis- oder Sojamehl hergestellt, nur
eher selten sieht man Teigwaren aus Weizenmehl.
Die traditionelle Thaiküche ist schon aufgrund einer schier
endlosen Palette an Gewürzen eine Herausforderung für
Feinschmecker. Sie wird durch regionale Spezialitäten
geprägt, ja sie ist mit Abstand die variationsreichste
Südostasiens und beinhaltet ausserdem die kulinarischen
Besonderheiten aus China, Indien, Malaysia und Indonesien.
Vor allem im Süden und auf den Inseln kommt häufig
Fisch und Meeresfrüchte auf den Teller, währenddem im
Norden gelegentlich Süsskartoffeln zusammen mit Reis gegessen
wird.
Sukiyaki, ein aus Japan stammendes Gericht, ist im ganzen Lande
verbreitet. Ähnlich wie beim Fondue Chinoise werden in einer
mit Bouillon gefüllten Pfanne Rindfleisch, Schweinefleisch,
Fischkugeln, Meeresfrüchte, Gemüse und Glasnudeln
gegart. Je mehr Leute daran teilnehmen, umso mehr Spass macht es.
Im Isaan, dem vegetationsarmen Nordosten Thailands, essen die Bewohner
infolge gelegentlicher Dürren auch gebratene Käfer
und Heuschrecken. Ich konnte schon beobachten, dass Kinder lebende
Maden und Raupen genussvoll verzehrten. Bekanntlich sind dies sind ja
gute Proteinlieferanten.
Weil das Gemüse nur kurz in der Pfanne angebraten wird, ist
das thailändische Essen reich an Vitaminen und
enthält in der Regel wenig Fett und Zucker, ja sie ist also
eine ideale Ernährungsform für linienbewusste
Zeitgenossen.
In den Grossstädten sieht man des öfteren bekannte
Fastfood-Lokale wie Mac Donalds und Burger King. Man findet dort
ebenfalls Restaurants und Hotels mit europäischer
Küche. Gelegentlich sieht man eine Pizzeria, doch diese sind
für thailändische Verhältnisse eher teuer.
Süssigkeiten wie Kuchen, Torten, Schokolade und Cremes sind
nur an einigen wenigen Orten zu relativ hohen Preisen
erhältlich. Die Thais essen zum Nachtisch meistens
verschiedene Früchte oder Gerichte bestehend aus Kokosnuss,
Kokosmilch, Sago und Zucker, was nicht jedem europäischen
Gaumen schmeckt.
Glacé kann man beinahe überall kaufen. Aber
Vorsicht: Das Eis an der Garküche ist möglicherweise
mit Bakterien verseucht, welche Bauchschmerzen hervorrufen
können. Man sollte deshalb nur eingepackte Glacé
von den Nahrungsmittelfabriken kaufen.
Vorsicht ist auch beim Verspeisen von kaltem Fleisch oder Fisch
geboten. Es ist besser, darauf zu verzichten und nur frisch
zubereitetes Fleisch zu essen. Es kann vorkommen, dass man im
Restaurant, im Hotel oder bei den Einheimischen zu Hause, kaltes Essen
serviert bekommt, obwohl es ursprünglich gekocht wurde. Den
Thais ist es nicht sehr wichtig, ob das Essen warm oder kalt auf den
Tisch kommt, gegessen wird sowieso.
In den Supermärkten der Grossstädte erhält
man auch das typische, viereckige amerikanische Formen-Brot, sowie
Käse, Schokolade, Bonbons, abgepacktes Fleisch und Fisch und
Teigwaren.
In den Hotels werden den Touristen zum Frühstück
Toast, Butter, Marmelade, Früchte, Speck und Eier serviert.
Die Thais selbst essen zum Frühstück Reis mit Fisch,
dicken Eiern, Gemüse oder Fleisch. Dies ist vor allem
gewöhnungsbedürftig, wenn man bei Einheimischen wohnt.
Der Käse wird vorwiegend aus Neuseeland und Australien
importiert. Üblicherweise essen die Thais kein Käse,
weitere Milchprodukte oder Brot. Hingegen Innereien wie Niere, Leber
oder Herz von Hühnern oder Schweinen stehen hoch im Kurs.
Die meisten Thais trinken zum Essen Wasser aus Flaschen, jedoch ohne
Kohlensäure. Es ist das preisgünstigste
Getränk und stillt den Durst. Daneben erhält man
überall Coca Cola, Sprite, Fanta, Eistee, Fruchtsäfte
und Tee. Kaffee ist schwieriger erhältlich, denn die wenigsten
Thais mögen Kaffee; zudem ist dieses Getränk teuer.
Bekannt ist das Singha-Bier, welches von einem bayerischen Brauer in
Bangkok hergestellt wird und steht den europäischen Bieren im
nichts nach. Jedoch ist dieses Bier nicht ganz billig. Neben Singha
gibt es auch importierete Biere wie beispielsweise Carlsberg-Bier. Wein
ist Thailand sehr teuer und nicht überall erhältlich.
Der Maekong-Whisky ist sehr preiswert, aber schmeckt nicht sonderlich
gut. Er wird vor allem von den Thaimännern getrunken. Er kann
auch als Mittel gegen Magenschmerzen verwendet werden.
Wichtig zu wissen ist, dass der Thai täglich mindestens einmal
Reis isst. Lebt er im Ausland oder verbringt er ausserhalb von seiner
Heimat die Ferien, ist es für ihn enorm wichtig, Thai-Essen zu
kriegen; denn der Thai isst in der Regel nur das, was er kennt und
für ihn ist ja selbstverständlich die
Thai-Küche die schmackhafteste und bekömmlichste.
Hingegen die meisten Europäer können ohne weiteres,
natürlich gibt es Ausnahmen, eine oder mehrere Wochen auf ihre
eigenen kulinarischen Köstlichkeiten verzichten. Den einen
fällt dies leichter, den anderen allerdings schwerer.
Einige typische Gerichte:
|
kuaytiao |
Nudeln |
khaao niau |
klebriger Reis |
|
bamii |
Eiernudeln |
kääng dschüt |
milder Curry |
|
tom yam |
scharf-saure Suppe |
kääng phet |
scharfer Curry |
|
gung thoot |
gebratene Krabben |
khay dschao |
Omelette |
|
gay yang |
gegrillter Hühnerschenkel |
plaa |
Fisch |
|
naam phrik |
scharfe Sauce mit Chili |
gung |
Krabbe |
|
nom |
Milch |
puu |
Krebs |
|
khaao |
Reis |
gay |
Huhn |
|
khaao phat |
gebratener Reis |
pet |
Ente |
|
khaao tom |
gekochter Reis |
muu |
Schwein |