Eine
erste Welle von "Sextouristen" in Südostasien bildeten die
US-amerikanischen Soldaten die im Zuge des Vietnamkrieges ihre
Urlaubszeiten in besten Hotels in Thailand und an den Stränden
der Philippinen verbrachten, wo Prostituierte ihrer Zerstreuung dienen
sollten.
Ab den 1980ern wurden die Länder der Region, allen voran
wiederum Thailand und die Philippinen, wegen der günstigen
Flüge und der politischen und wirtschaftlichen
Stabilität, zu immer beliebteren Fernreisezielen für
Touristen aus Nordamerika und Europa sowie Australien. Mit den
gewöhnlichen Touristen kamen bald auch die Sextouristen,
weniger der tropischen Strände oder der Kultur wegen, sondern
angezogen durch die vergleichsweise billig verfügbaren
"exotischen" Frauen.
Angebote für Touristen in Pattaya. Zu Zentren des Sextourismus
in Thailand entwickelten sich insbesondere Pattaya, aber auch Bangkok,
Chiang Mai und die Insel Phuket.
Speziell in Thailand ist der Anteil der Touristen an der Gesamtzahl der
Kunden der Prostituierten allerdings relativ gering. Etwa 4,6 Millionen
männliche Thais besuchen jährlich die nach
Schätzungen mindestens 1,5 Millionen Prostituierten. Die
größte Gruppe ausländischer Männer
sind Malayen mit ca. 1 Million. Unter den fernreisenden Sextouristen
stellen US-Amerikaner die größte Gruppe, gefolgt von
Briten und Deutschen. Zwar versucht die thailändische
Regierung seit einigen Jahren die Prostitution
zurückzudrängen und vor allem den Ruf des Landes im
Tourismus zu verbessern, aber Prostitution ist dennoch ein profitabler
Wirtschaftszweig: die "Rotlicht" Branche weist einen Umsatz von
jährlich rund 27 Milliarden Dollar auf und erwirtschaftet etwa
14 % des BIP (Schätzung der ILO, der International Labour
Organisation der UNO).
Etwa 28 % der Einkommen in Nordthailand stammen von Frauen, die in den
Städten und touristischen Zentren als Prostituierte arbeiten.
Aus dem Umstand, dass mit Prostitution
verhältnismäßig viel Geld zu verdienen ist,
folgt auch, dass offizielle Versuche sie
zurückzudrängen kaum durchsetzbar sind. Prostitution
ist in Thailand gesetzlich verboten. Allerdings funktioniert ein Verbot
nicht, wenn jene, die es durchsetzen sollen, also regionale Beamte und
Polizisten, teilweise korrupt oder direkt involviert sind.
Sextourismus-Destinationen stellen auch einen "Heiratsmarkt" dar. Unter
den "Bardamen" in den Touristenzentren Thailands oder der Philippinen
finden sich kaum Frauen, die an mehreren Kunden in einer Nacht
interessiert sind. Bevorzugt werden Kunden, mit denen ein
Dauerverhältnis aufgebaut werden kann, das die gesamte
Besuchszeit des Touristen andauert und wenn möglich auch
verlängert wird. Sofern sich ein Arrangement finden
lässt, bei dem der "Partner" regelmäßig
Geld für den Unterhalt der Familie überweist, wird
weitere Prostitution vermieden, so gut es geht. Eine Ehe mit einem
Ausländer ist eine willkommene Chance, sowohl der Armut als
auch der Prostitution zu entkommen. Die eigenen Kinder bleiben dabei
häufig im Heimatland zurück.
In den Heimatdörfern der Frauen wird über
Prostitution nicht gesprochen. Zwar ist die finanzielle
Unterstützung der Familie willkommen, das Verhalten der Frauen
wird aber dennoch missbilligt. In einigen Dörfern soll jede
zehnte Frau mit einem Ausländer verheiratet sein, jedoch wird
kein Wort darüber verloren, wie sich die Paare in einem Hotel
in Koh Samui kennen gelernt haben.
Bei über acht Millionen Touristen jährlich alleine in
Thailand, davon eine Menge Rucksacktouristen, ist es aber nicht
zwangsläufig, dass Ehepaare sich als Freier-Prostituierte
kennen gelernt haben. Reisende aus westlichen Ländern finden
nicht selten einen, in mancher Hinsicht attraktiveren, Partner als im
Heimatland, und sind umgekehrt für die Frauen vor allem auch
wegen der sozialen und wirtschaftlichen Möglichkeiten
attraktiver als Partner aus dem eigenen Land.
Historisches:
Offiziellen Schätzungen zufolge arbeiten heute in Thailand
einige Hundertausend Frauen oder Jugendliche als Prostituierte.
Dieses Gunstgewerbe hat in Thailand eine lange Tradition, welche bis
ins 17. Jahrhundert zurückreicht.
Bangkok erlebte Mitte des 19. Jahrhunderts einen regelrechten
Bordell-Boom, als sich Tausende von chinesischen Einwanderern in der
thailändischen Hauptstadt, vor allem im Gebiet des heutigen
Chinatown, niederliessen. Diese Chinesen lebten fernab von Frau und
Familie, die sie grösstenteils in der Heimat
zurückliessen. So entstand eine Marktlücke der Lust,
in welche junge chinesische Frauen traten. Auf diese Weise entstanden
schon bald die ersten Bordelle.
Während des Vietnam-Krieges in den sechziger Jahres des 20.
Jahrhunderts kamen viele amerikanische Soldaten ins Land. Sie fanden
ein weit verbreitetes Bordellwesen vor, und abseits des Krieges
genossen sie die Gesellschaft der käuflichen Damen, welche den
Soldaten das harte, eintönige Leben auf sehr angenehme Weise
versüssten. So gaben diese amerikanischen Soldaten
jährlich rund 400 Millionen Baht aus. Das entsprach etwa
soviel, wie 250'000 Thais in jenen Tagen verdienten.
Diese Ausgabefreudigkeit der Soldaten sprach sich schnell herum, und
zahlreiche Bargirls zogen in das Umfeld der amerikanischen
Stützpunkte und in die Nähe von Amerikanern bewohnten
Hotels. Ohne sie hätten die Mädchen das Geld
womöglich bei ihren eigenen Landsleuten verdient. Verglichen
mit diesen waren die Fremden ungleich attraktiver. Schliesslich konnte
man bei den Fremden deutlich mehr verdienen und zudem war die Hoffnung
verbreitet, von einem Soldaten geheiratet und in sein Land mitgenommen
zu werden. Leider erfüllte sich diese Hoffnung nur selten,
eher blieb ein Mädchen, sehr oft mit einem Mischlingskind, in
Thailand sitzen. Dauerhafte Ehen gingen nämlich aus den
Fronturlaubs-Liebeleien kaum hervor.
Als der Vietnam-Krieg zu Ende war, und die Soldaten zu ihren Familien
zurückekhrten, entstand eine gewaltige Lücke. Viele
Prostituierte verdienten nach dem Vietnam-Krieg kaum noch etwas. Diese
Lücke sollte jedoch in den frühen 70er-Jahren durch
den ständig wachsenden Tourismus gestopft werden. Die
Sextouristen der ersten Stunde fanden eine gut eingespielte
Prostitutions-Infrastruktur vor, die zu Hause in Europa schon bald zur
Legende wurde. Der Name Thailand wurde gleichbedeutend mit Sex. Und
diesen Ruf kann man, trotz allen Bemühungen, kaum mehr aus der
Welt schaffen.
Gegenwart:
In den letzten Jahren bemüht sich das Tourismus-Ministerium
immens, diesen zweifelhaften Ruf loszuwerden und macht Werbung
für Familien- und Kulturferien in Thailand. Doch leider gibt
es auch heute immer noch eine Menge männlicher Touristen,
welche nur des Sexes wegen nach Thailand reisen. In einigen
Fällen werden sogar Kinder missbraucht und nicht selten kann
man in den Medien erfahren, dass dort wieder ein Fremder verhaftet
wird, welcher Sex mit Minderjährigen hatte.
Viele ausländische, männliche Sextouristen sind der
Meinung, dass sie in Thailand unerkannt bleiben und deshalb dort vor
nichts zurückschrecken. Primitivere Gestalten unter ihnen, es
können sich dabei durchaus um Geschäftsleute, um
Hochschulabsolventen oder um Manager handeln, drehen unter anderem mit
thailändischen Kindern Pornofilme oder speisen entsprechende
Bilder ins Internet. Wenigstens werden diese dunklen, sadistischen
Gestalten nach deren Auffinden hart bestraft.
Eine besondere Tatsache ist, dass die Prostitution in Thailand
eigentlich verboten ist. Alle mit Prostituierten verbundenen
Unternehmen können nur durch monatliche Zahlungen an das
örtliche Polizeirevier weiterbestehen. Eine Einstellung der
Zahlungen hätte eine sofortige Razzia zur Folge.
Jedermann in Thailand weiss, dass trotz allen Bemühungen die
Prostitution fortbestehen wird, und gelegentlich werden Rufe nach deren
Legalisierung laut. Aber einer Legalisierung stehen die Lehren des
Buddhismus im Wege, der diese verbietet. So wird die
thailändische Gesellschaft auch in Zukunft mit Doppelmoral
leben müssen.
Weshalb wird man Prostituierte?:
Geldnot, Armut oder zu erfüllende Konsumwünsche sind
die Hauptursachen, um Prostituierte zu werden. Demzufolge stellen die
ärmeren Gegenden Thailands, wie beispielsweise der Nordosten,
die höchsten Kontigente an käuflichen Frauen. Ferner
ist es die Pflicht der Thais, ihre Eltern finanziell zu
unterstützen. Nur durch Prostitution können viele
Mädchen ihrer Pflicht überhaupt nachkommen.
Nicht selten schicken mittellose Eltern ihre Töchter, oft sind
diese nur zwischen 13-15 Jahre alt, in die Bordelle. Ein Teil des
dadurch verdienten Geldes schicken diese Mädchen ihren Eltern,
mit der Hoffnung, diese Mittel für die Schulausbildung der
jüngeren Geschwister zu investieren, die es einmal besser
haben sollen. Leider wird aber vielmals dieses hart erarbeitete Geld
leichtsinnig ausgegeben, um dann damit unter anderem den Heisshunger
nach Luxusartikeln stillen zu können oder es wird für
Glücksspiele verwendet.
Auch werden Werber von Bordellbesitzern in den Norden und Nordosten
geschickt, welche den teilweise ahnungslosen Eltern ihre
Töchter abzukaufen trachten. Unter Versprechungen, dass diese
in fernen Städten sehr viel Geld verdienen können,
überlassen dann vielmals die Eltern den Werbern ihre
Töchter für Summen ab 10'000 Baht. In nicht wenigen
Fällen sind die Werber Frauen, was bei den Mädchen
eher dazu führt, eine Art Vetrauensverhältnis
entstehen zu lassen. Diese Mädchen sind schüchtern
und haben kaum etwas von der Welt oder von Männern gesehen.
Wenn das Mädchen verkauft ist, wird es in einer Stadt, jedoch
meist in Bangkok, in ein Bordell gebracht.
Daneben gibt es Werber, die unter falschen Versprechungen, wie
beispielsweise ein Stellenangebot als Kellnerin oder
Verkäuferin, ein Mädchen ins Bordell locken. Den
Versprechungen von einem festen, gutbezahlten Job in der Stadt
lässt sich nur schwer widerstehen. Allzuoft mass das
Mädchen am Ende erfahren, dass es nun hilflos in den Klauen
von gemeinen Verbrecherbanden zappelt, aus denen es kaum ein Entrinnen
mehr gibt. Diese jungen Frauen werden teilweise von ihren
Zuhältern schikaniert, verprügelt oder sogar
vergewaltigt. Jeder Versuch des Mädchens, das Bordell zu
verlassen, wird von den Zuhältern mit teils drakonischen
Strafen gebüsst. Gelegenetlich werden sie sogar wie Gefangene
gehalten und zum Schlaf mit Eisenketten an ihre Betten gefesselt.
In den Bars kommen keine sexuellen Kontakte zustande, sondern der Mann
kann nach Bezahlung der Auslösesumme an der Bar ein
Mädchen zu sich ins Hotel nehmen. Man kann auf diese Weise
eine solche Frau für ein, zwei oder mehrere Tage "kaufen".
Deshalb gelten die Bars lediglich als Anlaufstelle für eine
verdeckte Prostitution und viele westliche Männer sind der
Meinung, dass ein solches Bar-Girl ja gar keine richtige Prostituierte
ist, sondern eine normale Frau, die man zufälligerweise dort
kennen gelernt hat.
Moral:
In den Augen der "normalen" Thais sind Prostituierte sozial
indiskutabel, sie stehen auf den untersten Stufen der Hierarchie. Kaum
ein Thaimann möchte eine solche Frau heiraten. Meist nur
fernab ihres Arbeitsplatzes, den sie schliesslich irgendwann aus
Altersgründen aufgeben müssen, haben diese
Mädchen die Chance zu heiraten; meistens ist dies irgendwo in
ihrer Heimat, wo niemand von ihrer Vergangenheit weiss.
Viele Prostituierte versuchen, nicht als solche erkannt zu werden.
Jedoch gelingt das ihnen aber nur selten. Die Thais haben
nämlich, im Gegensatz zu den Touristen, ein instinktives
Gespür, sie zu identifizieren. Man erkennt sie an der
Kleidung, an der Ausdrucksweise, am Verhalten und am Habitus.
Die Prostituierte sind zwar ein willkommenes Ventil für
sexuellen Überdruck; aber sozialen Dank ernten sie, wie
überall auf der Welt, dafür nicht. Falls sie doch zu
relativ grossem Reichtum kommen, was zwar eher selten der Fall ist,
haben sie dennoch die Möglichkeit, von der Gesellschaft
einigermassen gut akzeptiert zu werden. Diese Frauen verlieren zwar
durch ihr Gewerbe ihr Gesicht, aber dieses lässt sich durch
den erarbeiteten Reichtum zum Teil wieder wettmachen.
Ein grosser Teil des sauer verdienten Geldes wird in teure Kleidung
oder auffälligen Goldschmuck investiert, um wenigstens nach
aussen den Anschein von Reichtum zu erwecken, und ein nicht
unwesentlicher Teil davon wird oft in endlosen Spielrunden verzockt.
Ausserdem gibt es Prostituierte, die rauchen oder des öfteren
Alkohol trinken.
Die Kontaktaufnahme zwische Farang-Mann und Bar-Girl:
Es ist nicht zu leugnen, dass heute viele männliche Westler
nach Thailand reisen, mit dem Gedanken, eine nette
Thailänderin kennen zu lernen. Die zahlreichen Bars und
Coffee-Shops in den grösseren Städten bieten die
Gelegenheit, auf einfacher Weise eine Thaifrau zu finden. Allerdings
sind diese Thai-Farang-Liaisonen sehr oft nur von kurzer Dauer.
Nichtsdestotrotz gibt es Fälle, in denen sich mehr daraus
entwickelt. Es wird meistens kaum berücksichtigt, dass diese
Frauen eigentlich Prostituierte sind. Der einzige Grund, der sie in
ihren Beruf gebracht hat, ist das Geld. Und nichts anderes. Mittels
Prostitution kommen diese Frauen einigermassen über die
Runden. Der Beginn einer Bar-Bekanntschaft beruht also auf dem Wunsch,
Geld zu verdienen. Bei den so anschmiegsamen, freundlichen Wesen
fällt auch dem Farang das Zahlen nicht schwer, der daheim
seinen Freunden oder Verwandten nur ungern etwas spendiert. Die Regeln
von Zuhause lösen sich dank der unwiderstehlichen, charmanten
Thaifrauen im Nichts auf.
Mancher Barbesucher, der sich ein Mädchen ins Hotel genommen
hat, ist von deren frischer und offener Art begeistert und er wird
dabei nicht selten zum Wiederholungstäter.
Möglicherweise holt er dasselbe Mädchen am
nächsten Abend wieder aus der Bar. Anfangs finden sich beide
gegenseitig sympathisch, später verliebt sich sogar der Mann
in diese nette thailändische Frau; sie mag ihn eigentlich auch
ganz gern. Sie ist der Meinung, dass er einer der netteren Kunden, der
nicht so sehr betrunken und aggressiv, ist. Er verspricht ihr nun
finanzielle Unterstützung, damit sie nicht mehr in der Bar
arbeiten muss. Ein verlockender Gedanke für das
Mädchen, weil die wenigsten von ihnen ewig in der Bar arbeiten
wollen oder können. Natürlich denkt sich diese Frau,
dass jener Mann viel Geld zu haben scheint. Sie einigen sich zuerst auf
einen gemeinsamen Urlaub in Pattaya, Phuket oder Chiang Mai. Kurz vor
der Abreise des Mannes entschliesst er sich, dass diese Frau unbedingt
mit in seine Heimat kommen muss. Nach den üblichen
Visumsproblemen ist es dann soweit. Der Mann und seine
thailändische Flamme fliegen gemeinsam in seine Heimat. Er
zahlt den Eltern der Zukünftigen einen ordentlichen
Brautpreis, wie sich das so gehört. Natürlich sind
diese zweihunderttausend Baht viel Geld, aber was tut man nicht alles
für eine solche nette Frau.
Der weitere Verlauf siehe im Kapitel "Kulturschock Mischehe".
Viele Beziehungen laufen nach dem oben beschriebenen Schema ab.
Selbstverständlich gibt es auch andere Variationen.
Nicht nur in Thailand entstehen solche Beziehungen zwischen westlichen
Touristen und Bar-Girls. Ebenso bekannt dafür sind die
Philippinen, vor allem der Stadtteil Mabini in Manila, und die
Länder Kenia, Dominikanische Republik, Brasilien und in
geringerem Masse Mauritius, Jamaika und Kamerun.
Gathoeys, die sexuellen Grenzgänger:
Nicht alles ist in Thailand so, wie es auf den ersten Blick erscheint.
Diese Erkenntnis gilt auch für manche schöne Frau,
nach der sich die Männer auf der Strasse die Köpfe
verdrehen. Denn Thailand ist die Heimat einer ungewöhnlich
hohen Zahl von Gathoeys, den Transsexuellen oder Transvestiten. Viele
Thais behaupten, dass diese oft schöner sind als die echten
Frauen.
Jährlich lassen sich einige Hunderte von jungen
Männern operativ zu Frauen machen. Thailändische
Geschlechtsumwandlungs- und Schönheitschirurgen
gehören zur Weltspitze und leisten eine solche perfekte
Arbeit, dass es oft auch bei genauer Inspektion nicht
auffällt, dass die Dame vor kurzem noch ein Herr war. Einzig
die tiefe Stimme verrät die Vergangenheit.
Bei den Operationen werden aus den männlichen
Geschlechtsteilen die weiblichen geformt. Der Adamsapfel wird entfernt
und mit Hormonen und Kunststoffen werden Brüste gebildet.
Ausser der Schönheit ist häufig mit dieser neuen
Identität nicht viel gewonnen. Zahlreiche Gathoeys arbeiten
als Prostituierte, weil sie keinen anderen Job finden können.
Meistens kann der männliche Tourist den Gathoey nicht als
solchen erkennen, aber die Thais können das jedoch sehr wohl.
Kein seriöser Arbeitgeber würde eine solche Person
einstellen. Wer Glück und Talent hat, erhält
möglicherweise in einem der zahlreichen
Transvestiten-Kabaretts von Bangkok oder Pattaya eine Chance, dort
aufzutreten. Nicht wenige Gathoeys, die sich prostituieren, gleiten in
die Kriminalität ab. Diebstähle und Raub sind somit
keine Seltenheit.
Doch in der thailändischen Gesellschaft werden die Gathoeys
deutlich toleranter behandelt als beispielsweise Transsexuelle im
Westen. Die Toleranz hat jedoch ihren Grund, denn die auf
allgegenwärtige Schönheit begierigen Thais sehen die
Gathoeys als das, was sie an der Oberfläche sind,
nämlich als hübsche, graziöse Wesen, die den
Vergleich mit ihren Schwestern nicht zu scheuen brauchen. Mit anderen
Worten: Alles ist akzeptabel, nur schön muss es sein.
Zum Schluss noch ein Spruch, der manchmal doch ein Körnchen
Wahrheit in sich trägt:
Man kann eine Frau aus der Bar holen, aber nicht die Bar aus der Frau!
Quelle: Reto
Meyer, Traveller-Buch "Kulturschock Thailand" von Rainer Krack, Noi
Gander